Tschechien
Prag, Tschechien

Bei Touristen sehr beliebt

VON DER KARLSBRÜCKE FÜHRT DER WEG DURCH DIE PRAGER ALTSTADT. BAROCKE HÄUSER MIT SCHNÖRKELIGEN GIEBELN SÄUMEN DIE STRASSEN.

Vorbei geht es am historischen Rathaus über großzügige Plätze mit malerischen Cafés. Schicke Modemarken haben sich hier angesiedelt, hippe Bars und coole Clubs. In dieser quirligen und oft überlaufenen Umgebung liegt die Apotheke von Jana Fedosova. Für sie steht weder Sightseeing noch Feiern im Mittelpunkt, sondern der Dienst an der Gesundheit. Zwar besteht die Hälfte der Kundschaft aus Touristen. „Aber auch die fühlen sich manchmal nicht wohl und brauchen Hilfe“, sagt Jana Fedosova.

Mit einem Kassenrezept kommt kaum jemand in ihre Apotheke. Die Kunden verlangen stattdessen frei verkäufliche Produkte. Erkältungsmittel stehen hoch im Kurs. Aber auch Kopfschmerztabletten sind gefragt – zum Beispiel, weil die Städtereise anstrengender oder der letzte Abend länger geworden ist als gedacht.

Oft kommen kerngesunde Menschen in die Apotheke. Sie gehen im Urlaub gern shoppen und nutzen die Reise nach Tschechien, um Kosmetika oder Vitamine zu kaufen. Einige Marken, die hier hergestellt werden, sind international bekannt. Die Qualität ist gut, der Preis erschwinglich. „Vor allem internationale Kundinnen kaufen gern Hautcremes, Peelings oder Körperlotionen“, erzählt Fedosova. Mehrere Regale des Ladens sind für diese Artikel reserviert. Seit Kurzem gibt es hier die Produkte von LIVSANE, der neuen Eigenmarke der PHOENIX group, die von einem modernen Zentrallager im 200 Kilometer entfernten Brno nach Prag geliefert werden. Das Sortiment von LIVSANE wächst. Es gibt Kosmetika, Hygieneartikel, Nahrungsergänzungsmittel und frei erhältliche Medikamente.

Der Verkauf solcher Waren ersetzt einen Teil des klassischen Arzneimittelgeschäfts. Besonders der Handel mit rezeptpflichtigen Medikamenten wirft auf dem stark regulierten tschechischen Markt immer weniger ab. Neue Gesetze beschneiden die Margen der Apotheken. Um ihren Kunden spezielle Wünsche zu erfüllen, verkauft Fedosova auch homöopathische Medizin, die in Tschechien immer mehr Anhänger findet. Individuelle Arzneimittel lässt sie auf Wunsch vor Ort mischen.

Da sich die Lage auf dem Gesundheitsmarkt so schnell ändern kann, versucht Jana Fedosova dort zu sparen, wo es Sinn macht. Deshalb ist sie PharmaPoint, dem Kooperationsprogramm der PHOENIX group in Tschechien, beigetreten. Entscheidend sind für sie die günstigeren Einkaufspreise, die den Mitgliedern vorbehalten sind. Sie schätzt aber auch die Freiheit bei der Produktauswahl. „Ich muss nur das nehmen, was meine Kunden nachfragen“, sagt sie. Andere Kooperationen würden hingegen versuchen, bestimmte Produkte in den Markt zu drücken.

Vor allem internationale Kundinnen kaufen gern Hautcremes, Peelings oder Körperlotionen

PharmaPoint nimmt ihr Arbeit ab. Sie nutzt nicht nur das Werbematerial, sondern auch das Treueprogramm für ihre Kunden. PharmaPoint stellt die Bonuskarte samt Software zur Verfügung. Bislang hatte die Apotheke ihr eigenes Bonusprogramm organisiert. Das neue System hingegen bietet viele Vorteile wie den Informationsaustausch mit anderen PharmaPoint Apotheken. Das spart Zeit, die den Kunden zugutekommt. Hinter vorgehaltener Hand gibt Jana Fedosova zu, dass sie lange überlegt habe, ob sie Mitglied bei PharmaPoint werden soll. Ist der Nutzen wirklich so groß? Machen wir uns nicht abhängig? Diese Fragen besprach sie lange mit ihren Mitarbeitern. Doch schon nach wenigen Wochen seien die Zweifel verschwunden, sagt sie. „Mir war gar nicht klar, wie hilfreich das ist.“

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