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Anas neues Leben

Was tun, wenn dringend benötigte Medikamente im Heimatland eines Patienten nicht zugelassen sind? Zwei Tochterfirmen der PHOENIX group helfen mit ihrem pharmazeutischen und juristischen Sachverstand.

Im Alter von 14 Monaten war Ana bereits sehr krank – die ganze Zeit müde und in ihren Bewegungen stark eingeschränkt. In ihrer serbischen Heimatstadt Novi Sad rätselten die Ärzte über die Ursache. Schließlich stellte sich heraus, dass Ana an einer seltenen Neurotransmitter-Krankheit (Tyrosine Hydroxylase) leidet, bei der das Gehirn zu geringe Mengen des Hormons Dopamin erzeugt. „Wir waren erleichtert, als wir endlich den Grund wussten“, sagt die Mutter Ivana Badnjarevic. Und sie freute sich, als sie hörte, dass ihre Tochter ein normales Leben führen kann, wenn sie regelmäßig ein Medikament mit dem Namen L-Dopa einnimmt. Es gab jedoch ein Problem: Die Krankheit ist äußerst selten, weltweit sind weniger als 100 Fälle bekannt. Das be­nötigte Medikament war in Serbien nicht zu bekommen.

Der Pharmazeut in Anas Klinik hatte die rettende Idee. Er nahm Kontakt zu INO-Pharm auf. Die serbische Tochter der PHOENIX group ist darauf spezialisiert, Arzneimittel zu besorgen, die auf dem heimischen Markt nicht erhältlich oder gar nicht zugelassen sind. Seit zwei­einhalb Jahren erhält ihr Kind nun das Präparat auch in Serbien, berichtet die Mutter.

Mittlerweile ist Ana fünf Jahre alt und kann ein normales Leben führen.Ivana BadnjarevicAnas Mutter

Das Aufspüren seltener Arzneimittel ist eine aufwendige Arbeit und erfordert viel Wissen und Erfahrung. Von den 20 Mitarbeitern von INO-Pharm sind zehn hochspezialisiert in der Arznei­mittel­beschaffung. Denn die Einfuhr von nicht zugelassenen Medikamenten ist an strenge Vorschriften geknüpft. Die Experten kennen nicht nur Hersteller seltener Medi­kamente, sondern beherrschen auch das regulatorische Umfeld. Sie wissen, wie Medikamente importiert werden, und kennen die Abläufe in den Aufsichts­­behör­den. Zwischen 140 und 170 verschiedene Produkte spüren sie pro Jahr auf und lassen sie zu Hilfe suchenden Patienten nach Serbien, Montenegro, Bosnien-Herze­gowina oder Nordmaze­donien schicken.

Dass bestimmte Arzneimittel nicht verfügbar sind, kommt vor allem in kleineren Ländern vor. Für Pharma­hersteller lohnen dort oft die hohen Zulassungskosten für ein Medikament nicht. In Däne­mark kümmert sich deshalb Specific Pharma, eine weitere Tochter der ­PHOENIX group, um die Einfuhr von Medi­kamenten, für die im jeweiligen Land bisher keine Zulassung beantragt wurde. Rund 1.000 Arzneimittel hat das Unternehmen ständig auf Lager. Im Jahr 2018 besorgte Specific Pharma 2.500 von Patienten dringend benötigte Medikamente.

Der Service des Unternehmens ist auch in anderen Ländern begehrt. In den vergangenen Jahren dehnte Specific Pharma seinen Radius auf weitere Märkte schrittweise aus. Dazu gehören alle nordischen Länder, das Baltikum und die Niederlande. Im vergangenen Jahr ging die Anfrage eines Patienten aus Litauen ein. Er brauchte ein bestimmtes Medikament, das auf die Funktions­fähigkeit der Nervenzellen im Gehirn einwirkt. Das Arzneimittel war zwar in Litauen zugelassen, europaweit bestand jedoch ein Lieferengpass. In zwei Wochen musste der Patient eine wichtige Behandlung beginnen. Die Experten von Specific Pharma begannen ihre Arbeit, fragten ihr weltweites Lieferantennetzwerk ab und lieferten das Medikament in weniger als einer Woche.

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