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Der Schatz im Datensee

Gesundheitsdaten erzählen sehr persönliche Geschichten, sie schildern Leidenswege und Heilungsprozesse.

Aber sie enthalten auch wertvolle Schätze. Denn wenn Fachleute diese Daten massenhaft auswerten, können sie Rückschlüsse auf seltene Krankheiten ziehen, Risiken abschätzen und der Gesundheit vieler Menschen dienen.

Doch wie lassen sich Gesundheitsdaten in großem Umfang analysieren? Dieser Frage gehen 27 Experten der Firma Medaffcon nach. Die Tochter der PHOENIX group arbeitet für Forscher, Pharmahersteller und Gesundheitsdienste. Das finnische Unternehmen liefert ihnen Hilfsmittel, um auf Datenbasis Entscheidungen zu treffen, die eine wirksamere sowie auf den einzelnen Patienten abgestimmte Behandlung und Pflege ermöglichen.

Finnland bietet ideale Bedingungen für die Analyse von Gesundheitsdaten. Grund ist eine fortschrittliche Gesetzgebung, aber auch die hohe Qualität der verfügbaren Daten. Gesundheitsbezogene Informationen von Millionen Einwohnern sind in Registern abgelegt. Hinzu kommen die Datenbestände von Kranken­häusern, aber auch Biobanken, die etwa Gewebe­proben oder Körperflüssigkeiten sammeln. Diese Informationen lassen sich mit Daten aus dem nationalen Melde­register abgleichen und so auswerten. Die ersten Biobanken wurden 2014 in Finnland ein­gerichtet. Seitdem hat Medaffcon mehr als 20 Stu­dien auf Basis solcher Daten erstellt. Weitere sind in Arbeit – beteiligt sind Akteure aus dem privaten und öffent­lichen Bereich.

Wir brauchen solche Mittel, um eine effektivere, nachhaltige und auf den einzelnen Menschen zugeschnittene Versorgung sicherzustellen.Maija WolfMedaffcon Expertin

Ein Schwerpunkt bildet bei Medaffcon die Arbeit mit Real World Evidence (RWE) – also Informationen aus der täglichen Gesundheitspraxis, die zum Beispiel in Arztberichten enthalten sind. Diese unstrukturierten Daten müssen in eine strukturierte Form gebracht werden, damit Computersysteme sie verarbeiten können. Es geht um die Frage, wie sich diese Texte elektronisch auswerten lassen. Welche Daten sind wichtig? Nach welchen Schlüsselbegriffen müssen sogenannte Text-Mining-Tools suchen? Müssen sie Laborwerte oder Angaben über Gewicht, Größe und Lebensgewohnheiten erkennen?

In einem aktuellen Projekt will der Biostatistiker Iiro Toppila herausfinden, wie man Systeme verbessern kann, mit denen Patienten ihren Gesundheitszustand selbst überwachen – indem sie zum Beispiel Fieber, Blutzucker oder Blutdruck messen. Künftig sollen diese Instrumente so schlau sein, dass sie Komplikationsrisiken von Patienten erkennen, wenn sich bestimmte Messwerte verändern. Diese künst­liche Intelligenz wird mit Daten versorgt, die von Biobanken, Kliniken und dem finnischen Zentralregister stammen.

Diese Art von Analyse könne auch helfen, Menschen mit seltenen Krankheiten zu erkennen, sagt Entwicklungsleiterin Maija Wolf. Deren Symptome können sich ändern oder auch auf andere Krank­heiten hindeuten. Durch die Analyse großer Datenmengen lassen sich Schlüsselsymptome identifizieren, die für eine bestimmte Diagnose sprechen. Für Maija Wolf sind datengestützte Entscheidungen eines der wichtigsten Instrumente im Gesundheitswesen der Zukunft. „Wir brauchen solche Mittel, um eine effek­tivere, nachhaltige und auf den einzelnen Menschen zugeschnittene Versorgung sicherzustellen.“ Dabei will Medaffcon den Kunden auch in Zukunft helfen.

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