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Pillen aus dem Drucker

Der Wandel auf dem Gesundheitsmarkt macht den Weg frei für beeindruckende Möglichkeiten. Ersetzen Computer eines Tages den Arzt? Werden Tabletten im 3D-Drucker hergestellt? Wie kann sich die PHOENIX group diese Ideen zunutze machen? Diese Fragen haben Dr. Tobias Bucher und Florian Eder vom Geschäftsbereich Corporate Business Innovation fest im Blick.

BUCHER Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen wichtige Trends im Gesundheitswesen. Aber auch andere gesellschaft­liche und technologische Entwicklungen beeinflussen unser Geschäft immer stärker. Die Menschen sorgen sich heute mehr um ihr Wohlbefinden als früher und sie werden älter. Der Bedarf an medi­­zinischen Leistungen steigt, zugleich verschwinden vielerorts Arztpraxen und Krankenhäuser. Wir müssen darüber nachdenken, welchen Nutzen digitale Hilfsmittel in diesen Regionen haben. Ansätze gibt es genug. Womöglich werden intelligente Programme eines Tages Krankheiten mit hoher Treffsicherheit erkennen und das wirksamste Arznei­mittel empfehlen.

EDER Allerdings sind wir überzeugt, dass Patienten auch künftig den direkten Kontakt zu einem Gesundheitsexperten suchen. Die Frage ist jedoch, ob das immer ein Arzt sein muss. Digitale Technik könnte beispielsweise Apotheker dabei unterstützen, komplexere medizinische Leistungen als heute anzubieten.

BUCHER In der Vergangenheit haben sich Apotheker vielfach auf einfache Services beschränkt, beispielsweise Patienten auf Wunsch den Blutdruck zu messen. Denkbar wäre, dass sie in Zukunft auch ein EKG machen, impfen, Blut abnehmen oder Allergietests durchführen – oder womöglich noch aufwendigere Behandlungen. Dabei könnten ihnen digitale Assistenten helfen, die ihre Arbeit Schritt für Schritt anleiten und überwachen.

EDER Dadurch werden neue Aktions­felder für die Apotheker entstehen. Eine immer wichtigere Rolle spielen auch die Patienten selbst. Sie sind nicht mehr nur auf den Arzt als medizinischen Ratgeber angewiesen. Im Internet finden sie immer mehr Informationen zum Thema Gesundheit. Sie sammeln selbst Gesundheits­daten mit Apps und Wearables – also kleinen vernetzten Computern, die am Körper getragen werden. Dieser Trend wird sich weiter verstärken. Werden diese Informationen ausgewertet, geben sie wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand ihres Besitzers.

BUCHER Eine sachkundige Person sollte die Analyse aber überwachen. Die Apotheke wäre ein geeigneter Ort dafür. Solche Di­agnosen basierend auf einer umfassenden Datenbasis könnten angesichts des wachsenden Kostendrucks im Gesundheitswesen eine sinnvolle Ergänzung zum klassischen Arztbesuch sein.

Mehr als nur Technologie. Eine Start-up-Kultur etablieren. Kollektive Kreativität ganz unterschiedlicher Mitarbeiter ausschöpfen. Auf plötzliche Veränderungen reagieren: Der Geschäfts­bereich Corporate Business Innovation befasst sich mit innovativen Ansätzen, um die Gesundheitsversorgung der Zukunft aktiv mitzugestalten.

EDER Auch, weil Patienten anspruchsvoller werden und eine auf ihre Bedürfnisse angepasste Beratung und Versorgung verlangen. Der Trend zur Individualisierung schlägt sich auch im Gesundheitswesen nieder.

BUCHER Wir schauen uns deshalb beispielsweise auch das Thema 3D-Druck sehr genau an. Längst lassen sich damit nicht nur Kunststoff- oder Metallteile nach Wunsch ausdrucken, sondern auch Lebensmittel – und sogar Medikamente! Für Apotheken ergibt sich hier ein inte­ressantes Betätigungsfeld.

EDER Schon in der Ausbildung erlernen Apotheker die individuelle Herstellung von Arzneimitteln. Der anhaltende Trend zur massenhaften Herstellung von Standardprodukten könnte sich dank des 3D-Drucks umkehren – und mehr Komfort, Sicherheit und personalisierte Produkte für den einzelnen Patienten bieten.

BUCHER Profitieren würden etwa chronisch Kranke, die wechselnde Wirkstoffdosen brauchen. Alte Menschen könnten Tabletten bestellen, die so geformt sind, dass sie sie leichter schlucken können. Und Kinder würden sich nicht mehr weigern, ein Medikament zu nehmen, wenn es aussieht und vielleicht sogar schmeckt wie ein Gummibärchen.

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